Prof. Josef Protschka
Prof. Josef Protschka, Tenor
geb. 1944 in Prag - Nationalität: Deutsch
Studien: Studierte Klassische Philologie, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Bonn und Tübingen ( Examen „mit Auszeichnung“ 1970 ); studierte Gesang bei Ks. Erika Köth und Prof. Peter Witsch an der Musikhochschule Köln.
Außerkünstlerische berufliche Tätigkeit:
1970-73 Arbeit an einer Dissertation mit dem Thema: „Formen der Komik im europäischen Drama des 17. Jahrhunderts“. Gleichzeitig Lehrer für deutsche Sprache und Literatur beim DAAD, Lehrauftrag am Germanistischen Seminar der Universität Bonn, freie journalistische Tätigkeit (insbesondere für DLF und ORF). Während der Entscheidungsphase für den Sängerberuf, von 1973-77, Referent bzw. Geschäftsführer bei der Bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk.
Karriere: Konzerttätigkeit seit 1972; 1977/78 Beginn der professionellen Bühnentätigkeit am Stadttheater Gießen (Lahnstadt ); 1978-80 Staatstheater Saarbrücken; seit 1980 erster lyrischer (später: „jugendlicher“) Tenor an der Oper Köln; verkörperte dort alle Hauptpartien in Ponnelles Mozart-Zyklus; außerdem Lyonel (Martha), Tom (Rake's Progress), Faust (Margarethe), Max (Freischütz), Lenski (Eugen Onegin), Hans (Verkaufte Braut), Don Jose' (Carmen), Hermann (Pique Dame), Loge (Rheingold), Erik (Fliegender Holländer), Eisenstein/Alfred (Fledermaus).
Freiberuflich seit 1985.
Bedeutende Debuts: Salzburger Festspiele und Wiener Staatsoper (Hans) 1985; Mailänder Scala und Semperoper Dresden (Don José) 1986; Bregenzer Festspiele (Hoffmann) , Maggio Musicale Florenz (Flamand) und Oper Zürich (Don Jose; Tamino) 1987; Hamburger Staatsoper (Florestan) und Wiener Festwochen (Fierrabras) 1988; Teatre de la Monnaie Brüssel (Florestan 1989/Lohengrin 1990); Covent Garden London und NHK Tokyo (Florestan) 1990; USA: Debut in Houston (Lied von der Erde) und Cleveland (Florestan); Rollendebut in Schrekers „Die Gezeichneten“ als Alviano Salvago in Zürich; 1993, als Herodes in Leipzig 1996, als Boni in Konwitschnys „Czardasfürstin“ (Inszenierung an der Semperoper 1999).
Protschka ist ständiger Gast an den wichtigsten Opernhäusern und bei internationalen Festivals; er arbeitet mit den führenden Dirigenten und Regisseuren unserer Tage zusammen. Liederabende, Konzerte sowie zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen runden seine intensive Auftrittstätigkeit ab. Seit 1993 lehrt Protschka als Gastprofessor am Königlichen Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen, seit 1995 als ordentlicher Professor für Gesang an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen. 1998-2000 Dekan der Abteilung, ab 2002 Rektor der Hochschule für Musik Köln. Daneben zahlreiche Meisterklassen in ganz Europa. In den letzten Jahren häufige Mitwirkung bei Symposien über Theaterfragen, bei Features und Mediendiskussionen über Liedinterpretation und Liedgeschichte. Nach ersten sehr beachteten Regieversuchen mit „Così fan tutte“ und einem Doppelabend (Menottis „Amahl“ und Pauline Viardots „Cendrillon“ ) in den Aachener Kammerspielen, inszenierte Protschka im Rahmen der Veranstaltung Aachen 2000 im Großen Haus Schuberts „Fierrabras“.
Einspielungen und Auszeichnungen: Bis heute etwas über 50 Platteneinspielungen, von denen viele renommierte internationale Auszeichnungen erhielten (so Haydn „Schöpfung“/Teldec; Schubert „Fierrabras“/ Dt.Grammophon; Schoeck „Massimila Doni“/musica mundi; Schreker „Der Schatzgräber“/capriccio; Schubert „Die schöne Müllerin“/capriccio; Mendelssohn „Sämtliche Lieder“/capriccio u.a.). Bislang letzte Einspielungen sind Fidelio (Florestan) und Fliegender Holländer (Erik) mit den Wiener Philharmonikern unter C.v. Dohnanyi/Decca und Mozart-Lieder (Gesamtaufnahme) mit Helmut Deutsch am Klvier/capriccio.
Videoproduktionen von Fidelio (Covent Garden), Hoffmanns Erzählungen (Bregenzer Festspiele), Fierrabras (Wiener Festwochen), Schatzgräber (Hamburger Staatsoper), Fidelio (NHK - Tokio), Britten „War Requiem“ (Speyrer Dom/SWF), Dvorak „Requiem“ (Veitsdom Prag und Schleswig-Holstein-Festival, Lübeck ) und „Stabat mater“ (Schleswig-Holstein-Festival Lübeck), Beethoven „Missa Solemnis“ (Uracher Musiktage), Liederabende (Bad Urach, Schloß Hasselburg, Salzburger Residenz/NDR ), „Aus einem Künstlerleben“ – NDR-Portrait u.a.